25
Feb
2009

school of seven bells

- trotz der vielen vorahnungen heidegger gelesen. wie befürchtet von seiner sprache bisschen vergewaltigt worden; bei manchen sätzen kommt noch das große kotzen= eine natürliche abwehrreaktion, aber es wird zunehmend weniger. wenn nichts mehr kommt, ist es zu spät.
heidegger-texte saugen dir das blut aus, bis du nur mehr zappelnd am boden brabbelst blablabla

- school of seven bells machen sehr sehr hübsche psychedelische popsongs. kommen im märz nach de und wien.
rw (Gast) - 13. Mai, 11:54

Guten Tag

Guten Tag, Herr Snuet, ich meine Sev.

Ja, ja, Heidegger, die alte Tomate. Zu dem ich habe letztens, in einem Buchladen, gegriffen, bloß nur, da ich wieder wissen wollte, was ihn von Luhmann abzeichnet. Es war Band 24, so ein braunes. Ich wusste nicht, dass H. 24 Bände schreiben durfte. Es ist mit H. manchmal wie mit Derrida, mit Foucault, man verlässt sich auf fremde Karren, hofft ordentlich geführt zu werden. Und dann sind ma enttäuscht, wenn nichts oder wenig kommt. Manchmal frage ich mich, ob H. nicht wie Canetti hätte Schriftsteller werden sollen - oder ob er nicht bereits Schriftsteller war. Andererseits ist es chic geworden H. und C. zu verreißen, seit Bernhard sie verrissen hat.

Ganz-Andererseits ist H. eigentlich nur ein unverständliches Medium (Vermittler von Information) - und was soll ich mit Medien, die sich in diffuse Schatten verlieben? Dann laufe ich Gefahr viel Zeit aufzuwenden für Allüren. Die Furcht vor Missverständnis darf nicht die Kommunikation behindern. Außerdem zeichnet gute und sinnvolle Medien aus, dass sie schnell und viel vermitteln. Weniger effiziente Medien legen den Verdacht nahe, dass sie weniger wichtig sind. Medien im weiteren Sinne, dh. Medien als Mensch, Hofnarr, Wand, Flugblatt, je nach Aufgabe.

Luhmann war in der Hinsicht ehrlicher. Ich erinnere mich einer Rede, in der er seine ersten Vorlesungen krisitierte, ihre Unverständlichkeit. Währenddessen H. seine Unverständlichkeit intentional interpretierte - und so weiter. Was durchaus seine Richtigkeit hat, geht man davon aus, dass Präzision nicht mit Richtigkeit verwechselt werden darf. Auf der anderen Seite sind mir geistige Rohrreiniger lieber als Mystiker wie H. Bei H. läuft man Gefahr viel Zeit aufzuwenden, nur um Codes zu dechiffrieren. Ich glaube, ein Medium, das sich nicht messen lassen will oder nur widerwillig messen lassen kann, ist kein besonders gutes Medium, da das Medium selbst zu viel Kraft aufwendet für Esoterik oder Form. Ich denke darüber nach.

Im übrigen ist Wien scheußlich. Und es ist nett von Ihnen zu lesen, nach so langer Zeit. Kommen Sie doch mal nach Berlin. Can freut auch. Man mag Can. Was haben Sie seitdem (damals) so eigentlich gemacht?

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