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Fantasien

26
Jan
2009

die wörter statt der pupillen sich bewegen lassen= revolutionär

je schlechter etwas geschrieben ist, desto schneller muss ich es lesen; muss umgekehrt proportional zum grad x der abgestandenheit und banalität der sätze y mal die zeit komprimieren. so lese ich manch standard- zeitungsartikel in ein paar sekunden oder einen 500-seiten-trash-SF in 5, 6 stunden.
nun gibt es aber leider- gott hab erbarmen- eine absolute pupillenvertikalitäts-hin-und-her-huscherei- grenze, sodass ich die kronenzeitung z.B. gar nicht lesen kann. die für diese zeitung nötige lesegeschwindigkeit würde meine pupillen in irgendeiner ecke hängen bleiben lassen, es wäre dann das weiße in meinen augen zum vorschein gebracht- und solch leute sehen ja immer bisschen verrückt aus, die das so machen. will ich also nich.
eine letzte möglichkeit, fällt mir ein, könnte man so ausüben: den blickfokus statisch genau in die mitte des textes richten und dann diesen von allen seiten zusammenziehen wie ein gravitationszentrum. die zeilen werden zu zentripetal bewegten spiralen verfügt und in der mitte verschluckt. wo ja ich bin und sauge und schlucke. schmatze, spucke und patze. und fitzefitzefatze, weil is ja da bei auch egal.

doch:
ob dies reicht?

demnächst.


hier ein, wie ich finde, beglückendes kleines klavierstück.
viel spaß.

24
Jul
2008

des menschengemachten verwehung

manch mensch macht mir nichts dir nichts gar nichts. er hört aber- was ihr sozial kompetenten leutchen ja längst schon wisst- oft nur auf tonfall und stichwort und nicht mehr. hört nicht auf satz oder argument, hört fast gar nicht fokusiert, sondern bewegt sich wie im traum, so als ob; als ob er und dh auch sie größtenteils allein auf der welt wär. füllet aus die nicht zugehörten leerstellen mit eignen zuvor eingegangnen mustern.
es folgt:
du kannst die beleidigensten dingelchen mit der freundlichsten stimme straflos an den mann bringen- solange du nur irgendein wiedererkennbares anerkennungsvokabel oder eine solche phrase mitten drin fallen lässt. oder noch beschwichtigender am ende.

das ist natürlich genau die denkart von allerhand polit- und wirtschafts- PR menschen: die BEVÖLKERUNG (c by faymann) ist wie ein verwirrtes kind zu behandeln. muss man sorgsam an der hand nehmen und ihm alles zeigen; ihm sagen: schau, das da ist ein baum, und das da drüben ist ein bagger; toll, nicht? und jetzt aber läufst du schon ganz schnell zu dem ganz besonders lieben onkel da drüben hin, und machst alles, was er sagt, gelt? und tschüss, doofi.

es funktioniert aber eh gar nicht so gut immer. allerdings immerhin widerstandslos.
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kinkerlitzchen

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