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spaziergang

11
Mai
2009

das himmelblaue haus vis-a-vis des eurospar

in letzter zeit bekomme ich ständig schlagwortartig politische manifeste aus der technosphäre um die ohren oder besser gesagt, sie ziehen rasend an meinen augen vorbei so schnell ich kann. das ist ja meine arbeit auch.
allerdings gibt es hier subliminale krafteinwirkungen, die- wie ein unscheinbarer schwerkörper die erde- ein wenig meine bahn ablenken. das ist gewiss, aber nur im rückschluss zu erfahren.
ich lese nicht verstehend, sondern taste die texte nur nach TAGS ab, und doch ist da ein impact, na.
ich werde also inert kürzester zeit zum technophilen aktivisten und sogleich eintauchen in die noosphäre, und ein bisschen denken ohne hirn. und das ist gar nicht als kommentar zu verstehen.
naja, ich schreib halt wieder öfter, nicht, dann kommt vielleicht auch irgendwas bei raus.
&Friederike Mayröcker wohnt im himmelblauen haus ums eck.

16
Feb
2009

weltkomik

- und es gibt, wie ich persönlich erfahren habe, soetwas wie ein äquivalent zum (jugendlichen) weltschmerz: nämlich alles völlig grundlos komisch zu finden. Zum Lachen. Es ist doch eigentlich alles Zum Lachen.
so ein zustand hält aber nur an bis zum ersten elend, das einem begegnet, und das heißt höchstens ein paar minuten.

herrliche momente.

17
Dez
2008

heldenplatz

gerade zwischen 25 schwarze Regierungsmercedes geraten; dabei die blicke von ca. 150 getarnten polizisten auf mich gezogen; beinahe zermalmt, doch ich- ausgestattet mit glücklichem händchen- heil hindurch mit dem festen vorsatze, dies sogleich zu berichten. ich bitte sehr.

16
Dez
2008

der letzte satz wäre auszusparen

gerade ex-bundeskanzler gusenbauer am kohlmarkt über den weg gelaufen. habe ihm aufmunternd zugenickt, einem reflex folgend. er sah mich verstört an, als ob er mich nicht kennen würde und nicht wüsste, wie ich zu nehmen sei (sic!), da verloren wir uns auch schon aus den augen...
in unsrer beschleunigten konsumwelt ist ja längerer kontakt leider auch gar nicht zu halten.

7
Jun
2008

sicherheitszonen in der realität

soziologische tour-de-force durch die stadt absolviert, em- begeisterte gucken gehen, slumming again. sehr selten noch in meuten anzutreffen solch trikotträger; sind vom sicherheitsapparat und ihrem gemeinsamen aufmerksamkeitsfokus noch gut vereinzelt. wehe, sie verbinden sich außerhalb dieser speziell gebauten auslaufflächen! diese sind extraterritoriale zonen oder besser nach innen gerichtete festungen in der stadt mit einer hausordnung, die wohl aus 125 Punkten besteht und alles verbietet außer konsum von sponsorensachen. sicherheitsdienst mit absolutem durchgriffsrecht, selbstverständlich mit voller WILLKÜR ausgestattet, sprich, keine handlung muss begründet werden, es sei denn irgendwer geht dabei kaputt.
des widerspenstigen präventive normalisierung. verlangweiligung. homogenisierung von alles was geben kann. püh. da geh ich nich hin.

ähnliches konzept, nur mit anderen zeitvorstellungen und invertiertem rein-/raus-wollen haben die Großbriten: riesige sammellager für die modernisierungsverlierer. wundervoll. da noch schnell flux ein zitat vom garland reingeschoben, weil ich das so furchtbar pointiert auch finde:

"After a long-term process of expanding individual freedom and relaxing social and cultural restraints, control is now being re-emphasized in every area of social life- with the singular and startling exception of the economy, from whose deregulated domain most of today's major risks routinely emerge." garland david, the culture of control, 195, 2001

mit eine freude beim spazieren natürlich immer auch DER WEIBLICHE BLICK, wie balsam auf der seele schwenkts überraschend ab, eben mal zu mir rüber und bleibt hängen. klar. mit geweiteten augen werd ich kurz klassifiziert und festgeschrieben, ja gleichsam objektiviert. und das ist ja das schöne dran; achwas mensch-werdung, was. nene, objekt-werdung! wie wundervoll.
disclaimer: das macht mir natürlich eh nur spaß weil ich vorher gar keins war und immer die möglichkeit hab den SPIESZ umzudrehen, vermutlich.
ganz doll dekadent.

6
Mai
2007

ein seltenes rinterzelt

es hätte mich aber auch eine/r darauf hinweisen können, dass ich da nichts als fantastischen mist aufliste mit gelegentlichen 'ja's, 'da's, 'auch's und 'bisschen's derzwischen. alles muss man selber machen.
hier zur untermalung eine wunderbar industrielle Pyramide, ja sogar augenfällig ein Rinterzelt. Hat man keine ahnung, wenn man irgendwo in der tiefen nordwienerischen Brache spazierengeht, dass ein solches Etwas sich im unachtsamen Augenblicke veranlasst fühlen kann, einem so unglaublich impulsiv in die Augen hineinzuspringen. Hinweis: Der Choque sitzt einigermaßen im SF- trainierten Wahrnehmungsapparate festmontiert.

IMG_0523_

die qualitative unzulänglichkeit ist selbstverständlich nur die visualisierung eines snuettechnischen gebrechens. bzw. ein technisches kinkerlitzchen.

25
Apr
2007

es schlammt

- der automechaniker in der nachbarschaft hat mich wieder auf den teppich geholt. so ein teppich- so eine art gemeinsame ebene, die als ihren vorzug eine etwas abgefederte landung ermöglicht- war aber für mich immer schon in seinem materiellen zusammenhang nicht ersichtlich, sodass ich noch jedes mal hindurchfallen habe müssen. darunter befindet sich übrigens kein festkörper oder gar nicht mal das, wies normal wäre, sondern eher so ein kleiner ozean zB, der vom vielen dreck, der da immer hingekehrt wird, ganz schlammig geworden ist. das ist also dann kein hindurchfallen, sondern eher ein versinken; und wenn man sich dann an den teppichrändern reflexhaft festkrallt, da nebenbei noch ein paar löcher mehr einreißt, gelingt das natürlich immer wieder, weil ja der teppich so fest verankert ist von den vielen füßen, die da rundum drauf stehen und der schlamm selber recht gütig ist in seiner so geduldigen schluckung.
man klettert heraus und geht ganz verschämt ob der verdreckten hose weiter zum zigarettenautomat, wie immer, Mittwochabends.

- ressentiment resultiert teils aus vermutung eigener minderwärtigkeit und der versuchten kompensation durch gewalttätige verkleinerung der nackenmuskulaturverkrampfungsverursacherInnen.
ich bin untröstlich.

15
Mrz
2007

zwischen paar welten rumtingeln

nach bissl feldforschen in ner shoppingmall schnurstracks dem Juridicum 1.Besuch seit jeher abgestattet.
wie es den ordnungswissenschaften nur angemessen ist, herrscht in diesem Stahl-/Glasmonster- richtig- rigide ordnung.
Den Kleidungsstil allfällig anwesender Menschlein kann man mit Bankangestellten-Look-PLUS bemänteln.
Die Weiblein alle schön geschminkt, Business- Anzug, weiß, schwarz, ausnahme rot, mehr als solide. Klassische Weiblichkeit wie gewöhnliche Brust- und Hüftbetonungen, halber Laufsteg- Schritt; Die angemessene Geschlechterrolle überaffirmiert.
Männchen fade zwischen Schwarzanzug, Rollkragenpulli und- niedrigste Stufe- ein Polohemd. auf den rechtswissenschaften also alle überraschend rechts- und elite- codiert. ohne ausnahme.
Die Statusbedürftigkeit mehr als ausgeprägt.

Das also das Schlaraffenland für den Hobby- Soziologen. ("Slumming")

2
Dez
2006

ente ins gesicht gekriegt

eigenweltlichen hinterhof entdeckt. kalte, graue vorahnung von winter ohne schnee meets 19.Jahrhundert, blumiges stein/stahl/2nd hand müll- arrangement. miteinander verwachsen. anbei benutzter tiefkühlschrank am gang und ewig lichtlose wendeltreppe in wohnturm hinauf. tischler hinter irgendwelchen mauern.

scheine gestern zuviel geschluckt zu haben. welt insgesamt auf low-level

'neue transparenz'
eklig
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Zuletzt aktualisiert: 14. Mai, 23:32

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